Saisonabschluss in Tschechien
Der Saisonabschluss wird im Eisenbahnmuseum Lužná u Rakovníka (Webseite des Museums in deutscher Sprache) der Tschechischen Eisenbahnen České dráhy (ČD) immer besonders gefeiert. Am Wochenende 15. und 16. Oktober war es wieder so weit. Sowohl mit Sonderzügen aus Prag, als auch mit Dampf auf der Museumsbahn in Richtung Kolešovice wurde das Wochenende zelebriert.

Kurz nach Kačice gibt es eine kleine Steigung zu erklimmen. Bei einstelligen Temperaturen gab es eine wunderbare Dampfwolke über dem Zug. Am Damm ist noch das Vorsignal von Kačice zu erkennen.
Der Sonderzug sollte mit den beiden “Blauen” bespannt sein. Der Albatros 498.022 (Wikipedia) – eine 2’D 1’h3 Lok und Museumslok der ČD – ist in Praha-Smíchov stationiert. Sie startete mit dem Sonderzug aus Prag. Ab Kladno leistete der Papagei 477.043 – eine 2’D 2’h3 Maschine (Wikipedia) Vorspann. Der Papagei war ein paar Minuten davor direkt vom Museum nach Kladno überführt worden.

Überraschenderweise kam ein Triebwagen (854 028-8) an den Einfahrsignalen Krupá in Richtung Lužná u Rakovníka unterwegs.
Unser erstes Foto führte uns nach Kačice, da der Zug eine kleine Rampe zu fahren hat und sich die Strecke an dieser Stelle von der normalen West-Ost Richtung in den Süden gedreht hatte. Als wir ankamen war das Feld noch gefroren und der Raureif war auf den Blättern zu sehen. Allerdings war das Schauspiel mit den ersten Sonnenstrahlen schnell vorbei. Trotzdem war es eine wunderbare Durchfahrt des Sonderzuges mit einer beeindruckenden Dampffahne über dem Zug.
Nachdem wir von der Fotostelle zurück zum Auto ein wenig laufen mussten, war der Zug bis zum Museum auch nicht mehr einzuholen. Daher machten wir uns auf nach Krupá, um den Museumsdampfzug nach Kolešovice an den beiden (bekannten) Einfahrsignalen zu fotografieren.
Überraschenderweise kam uns aber vor dem Museumszug ein Triebwagen der Baureihe 854 in Richtung Lužná u Rakovníka vor die Linse.
Der Museumszug kommt aus dem Museum Lužná u Rakovníka und muss, um die Stichbahn in Richtung Kolešovice befahren zu können, in Krupá Kopf machen. Dabei befährt er das rechte (vom Betrachter aus gesehen das linke) Gleis. Den Fotografen freut es, denn durch das Kopf machen in Krupá werden die Formsignale jeweils 2-mal mit Rauchkammer voraus befahren – einmal bei der Fahrt Richtung Kolešovice und ein zweites Mal bei der Rückfahrt von Krupá ins Museum.
Der Museumszug wurde am Samstag von 354.7152 gezogen. Die Baureihe ČSD 354 ist ein Umbau der kkStB 429 der kaiserlich-königlichen österreichischen Staatsbahnen. Mit dem Umbau erhielten die Maschinen den Verbindungssteg der beiden Dampfdome (Wikipedia).
Nachdem der Heizer in Krupá ordentlich Kohle geschaufelt hatte und der Lokführer seinen Fahrgästen anscheinend eine spektakuläre Ausfahrt bieten wollte, gab es eine mächtig dunkle Rauchwolke über dem Zug, als er in das rechte Gleis in Richtung Museumsbahn abbog.
Etwa eine halbe Stunde später kam 498.022 von ihrer Drehfahrt zurück und dampfte ebenfalls durch die Signale. Die Baureihe 498 ist mit ihren fast 25m zu groß für die Drehscheibe im Museum und muss so mit einer Drehfahrt über Žatec für die Rückfahrt nach Prag vorbereitet werden. Der Dank der Fotografen gilt dem Lokführer der 498.022, der extra für uns den Regler bei der Durchfahrt der Signale geöffnet hatte.
Der Zug wurde für die Rückfahrt bis Kladno von 498.022 als Zuglok und 477.043 als Schublok befördert. In Kladno verließ 477.043 den Zug nach Prag wieder und wir suchten uns für den Ausklang des Tages eine passende Fotostelle. In Jeneč wurden wir fündig. Hier versprach der Bahnhof mit seinen drei Formsignalen den würdigen Rahmen für den Zug zu geben. Ein wenig zittern mussten wir dann dennoch, da der Zug verspätet war und die Sonne am Horizont schon zu verschwinden drohte. Doch dann öffnete sich das Signal und der Zug kam gerade noch rechtzeitig durch den Bahnhof. Mit einer abendlich rot gefärbten Dampffahne verabschiedete sich der Sonderzug von uns – keine fünf Minuten später die Sonne…
Damit war ein wunderbarer Tag zu Ende gegangen. Vielen Dank an die ČD und an das Museum Lužná u Rakovníka für eine perfekte Veranstaltung und Petrus für den sonnigen Tag!













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